Zeitgedanken der Schriftstellerin und Musikerin Uta Hauthal

Mikis

Im Zuschauerraum des Steinsaales des Hygienemuseums in Dresden sind nur einige Reihen besetzt, das Orchester der Musikhochschule Carl Maria von Weber hat auf der Bühne Platz genommen, viele Choristen sind als Zuhörer anwesend, denn heute begegnen sich zum ersten Mal Dirigent und Ausführende. Letztere sind wortreich aufgefordert worden, besonders geduldig…

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Lernen

Der 4. literarische Spaziergang des Jahres 2021 steht unter einem besonderen Stern: Die Teilnehmer und ich sind am 25.7. auf den Spuren von Annemarie Reinhard unterwegs, der Ur-Dresdner Schriftstellerin, die ihrer Heimat sehr verbunden war und sich bis zu ihrem frühen Tod 1976 schreibend immer wieder mit komplexen und aktuellen…

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Geburt

Nach Monaten des Wachsens, Reifens und Heimischseins im Mutterleib kommt für das Kind der Moment, in dem es weniger den Schutz und die Geborgenheit als vielmehr die zunehmende Enge spürt, dann setzt es den Impuls, seinen Weg ins irdische Leben hinein zu vollenden. Die Mutter empfängt diesen Impuls, die ersten…

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Regenbogen

Am 5.5. und am 16.5.2021 stehe ich abends auf meinem kleinen Balkon hin zur Prießnitzaue, blicke über diese hinweg zu der imposanten, freistehenden Eiche auf der anderen Seite, vor allem aber richten sich meine Augen gen Himmel. Denn vor mir wölbt sich im Halbkreis ein gewaltiger Regenbogen, zum Teil sogar…

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Zärtlichkeit

Ich stamme aus einer Familie, in der es über Generationen hinweg wenig Zärtlichkeit, wenig Körperlichkeit und in der es für tiefe Gefühle keine Worte gegeben hat, ein Erbteil wilhelminisch-patriarchaler Erziehung und des entsprechenden Menschenbildes, typisch für unzählige deutsche Familien jener Zeit. Mein Urgroßvater zum Beispiel, ein jovialer, leutseliger Mann suchte…

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Sonne und Zeit

Die Zeit zerrinnt/ im Augenblick/ das Geringste wird/ der größte Tyrann/ eine Qual für frische Wunden/ Lächeln und Versprechungen/ für etwas Anderes. Dieses Andere/ ist was wir leben jeden Moment/ im Glauben, ein anderes Leben zu führen/ doch das Andere gibt es nicht./ Wir sind selbst unser Schicksal/ das verstohlen…

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