Zeitgedanken der Schriftstellerin und Musikerin Uta Hauthal

Dank

Der Grundgedanke, der eigentlich sowohl unserem Sozial- als auch unserem Gesundheitssystem innewohnt, ist vermutlich für viele Menschen im Alltag gar nicht mehr zu erkennen: ich bezahle monatliche Beiträge, damit Andere, die gerade in Not sind, unterstützt werden können, so, wie wiederum Andere bezahlen, damit mir, wenn ich es brauche, Hilfe zuteil werden kann …

Nun gibt es auf der anderen Seite mittlerweile zahlreiche Lebensformen und Initiativen, gerade auch in Deutschland, die sich der Gemeinwohlökonomie verschrieben haben: die GLS-Bank zum Beispiel, landwirtschaftliche Genossenschaften oder die Krankenkassen-Alternative artabana.

Überall dort und immer dann, wenn Menschen ihr Herz öffnen, wenn sie sich selbst als innerhalb einer Gemeinschaft, als Teil vom Ganzen erleben, wird Verbindung fühlbar, entsteht Verbindlichkeit. Auf gleiche Weise ist die Intelligenz einer Gruppe stets höher als die des Einzelnen: wenn sich die Teilnehmer auf einen gemeinsamen Prozess einlassen. Der Fotograf Burkhard Schade aus Radeburg betreut seit vielen Jahren meine webseite, ich bezahle ihm eine monatliche Gebühr und muss mich im Gegenzug um keinerlei Fragen von Gestaltung, Programmierung, Termineinstellung usw. kümmern. Dafür bin ich dankbar gewesen, denn naturgemäß wollte ich mich auf meine kreativen Prozesse konzentrieren und mich nicht mit technischem Kram, der mir fremd ist, beschäftigen.

Anfang diesen Jahres begann mir Burkhard in den Ohren zu liegen, dass es doch Zeit sei, die Seite, die ja immerhin meine einzige Präsentationsform im Internet ist (ich nutze aus Überzeugung weder Facebook noch Instagram noch Twitter; außerdem heißt meine Suchmaschine Ecosia nicht Google), zu modernisieren und zu aktualisieren. Auch als ich angesichts meiner mageren finanziellen Möglichkeiten und meiner uneingestandenen Unlust, mich damit auseinanderzusetzen, abwinkte, blieb Burkhard hartnäckig, er warb für die besseren Gestaltungsmöglichkeiten, empfahl mir seine eigene webseite (lichtschnipsel.de), damit ich mir ein Bild machen könne – kurz und gut, er nervte.

Und plötzlich gab es diesen Moment innerer Erkenntnis, der mir klar machte, dass es angesichts der wichtigen Veränderungen in meiner künstlerischen Entwicklung in diesem Jahr höchste Zeit ist, eine adäquate Umsetzung dafür in meiner webseite zu finden. In einem intensiven Dialog- und von Burkhards Seite höchst aufwendigen Arbeitsprozess gestalteten wir zunächst diese Zeitgedanken-Seite (die inzwischen schon eine treue Leserschaft gefunden hat!) und im Anschluss die website. Damit nicht genug, leitete er mich auch noch in einem workshop an, damit ich die meisten Dinge, die die Seiten betreffen, nun allein erledigen kann.

Ich bin Burkhard Schade für sein Dranbleiben, für seine Gedanken und Ideen sehr dankbar, ohne ihn würde es meine neue Internetpräsentation nicht geben; und ich danke an dieser Stelle auch allen Anderen, die mich in den vergangenen Jahren begleitet und unterstützt haben. Möge dieses ganz persönliche Miteinander ausstrahlen – in die Stadt, den Freistaat, in das Land und darüber hinaus, möge die Erfahrung des Wir sich mit all ihrer Kraft verbreiten. Und das ist doch dann auch wieder ein höchst europäisches Thema!

In diesem Sinne: am Ostermontag beteiligt sich DiEM25 am Dresdner Ostermarsch für Frieden. Ich bin dabei.

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